Die Relaktation – die Wiederaufnahme des Stillens
Zuletzt aktualisiert: 8. September 2026
Relaktation – also die Wiederaufnahme des Stillens nach einer Pause – ist für viele Mütter ein Weg zurück zu einer natürlichen Stillbeziehung. Stress, Infektionen, Erschöpfung, medizinische Eingriffe oder andere Herausforderungen des Alltags können dazu führen, dass die Milchmenge vorübergehend abnimmt oder das Stillen unterbrochen werden muss.
Die gute Nachricht: Auch nach einer Stillpause ist es häufig möglich, die Milchbildung wieder anzuregen.
Wann kann die Milchmenge vorübergehend abnehmen?
Wichtig ist zunächst zu wissen, dass eine vorübergehend geringere Milchmenge nicht automatisch bedeutet, dass du zu wenig Muttermilch hast oder die Stillbeziehung gefährdet ist.
Folgende Situationen können dazu führen, dass du weniger Milch bemerkst:
- Stress
- Infektionen oder Erkrankungen
- Etwa 4–6 Wochen nach der Geburt, wenn sich die Laktation stabilisiert und die Milchproduktion an den tatsächlichen Bedarf deines Babys anpasst
Diese Situationen stellen in der Regel keine Gefahr für das weitere Stillen dar. Entscheidend ist jedoch, dass die Brust regelmäßig entleert wird. Die Milchbildung funktioniert nach dem Prinzip „Angebot und Nachfrage“: Wird Milch entnommen, erhält der Körper das Signal, weiterhin Milch zu produzieren.
Werden die Brüste über längere Zeit nicht ausreichend entleert, kann die Milchproduktion allmählich zurückgehen.
Das Verhalten deines Babys an der Brust ist dabei kein zuverlässiger Hinweis auf die produzierte Milchmenge. Eine deutlich bessere Orientierung bietet die Gewichtsentwicklung deines Kindes. Nimmt dein Baby altersgerecht zu, besteht meist kein Grund zur Sorge – auch dann nicht, wenn sich deine Brüste weicher anfühlen oder dein Baby zeitweise unruhig an der Brust ist.
Was tun, wenn das Stillen vorübergehend unterbrochen werden muss?
Manchmal muss das Stillen für einige Tage pausiert werden, beispielsweise aufgrund einer Operation oder eines Krankenhausaufenthalts. In solchen Fällen kann die Milchbildung häufig durch regelmäßiges Abpumpen aufrechterhalten werden.
Auch eine Erkrankung der Mutter bedeutet nicht automatisch das Ende der Stillzeit. Nur wenige schwerwiegende Erkrankungen machen ein endgültiges Abstillen notwendig, beispielsweise bestimmte Krebserkrankungen, schwere psychiatrische Erkrankungen oder schwere Kreislaufversagen.
Die meisten Erkrankungen können mit stillverträglichen Medikamenten behandelt werden. In einigen Fällen kann es sinnvoll sein, einen zeitlichen Abstand zwischen Medikamenteneinnahme und Stillen einzuhalten.
Mehr dazu erfährst du hier: Stillen und chronische Erkrankungen der Mutter.
Relaktation – Wie kann die Milchbildung wieder angeregt werden?
Manche Mütter möchten nach dem Abstillen doch wieder stillen - sei es aus persönlichen Gründen, weil das Baby die Flasche verweigert oder weil der Wunsch nach einer Stillbeziehung zurückgekehrt ist. Auch das ist im Rahmen einer Relaktation häufig möglich. Wurde das Stillen aus persönlichen, gesundheitlichen oder organisatorischen Gründen beendet, kann die Milchproduktion häufig erneut angeregt werden. Grundsätzlich gilt: Je kürzer die Stillpause, desto höher sind die Erfolgschancen. Es sind jedoch auch Fälle bekannt, in denen eine Relaktation nach deutlich längerer Zeit gelungen ist.
Um die Milchbildung wieder anzuregen, benötigen die Brüste erneut regelmäßige Stimulation.
Wenn dein Baby bereit ist, an der Brust zu saugen, solltest du es möglichst häufig anlegen. Zu Beginn reicht die vorhandene Milchmenge meist noch nicht aus, sodass zusätzlich zugefüttert werden muss.
Bei Babys, die effektiv an der Brust trinken, kann hierfür ein Brusternährungsset (SNS – Supplemental Nursing System) hilfreich sein. Dabei erhält das Baby zusätzliche Nahrung über einen dünnen Schlauch direkt an der Brust. So wird gleichzeitig die Brust stimuliert und das Baby versorgt.
Was tun, wenn dein Baby die Brust ablehnt?
Wenn dein Baby nicht an der Brust saugen möchte, kann die Milchbildung mit einer Milchpumpe stimuliert werden.
Empfohlen wird:
- mindestens 8 Pump-Sessions pro Tag
- etwa 15 Minuten pro Brust
- möglichst gleichmäßige Verteilung über den Tag
Mehr dazu, wie du deine Milchmenge gezielt steigern kannst, erfährst du in unserem Artikel: Zu wenig Muttermilch – Wie steigere ich die Laktation?
Relaktation ist ein intensiver Prozess, der Geduld, Motivation und Unterstützung erfordert. Erste Ergebnisse zeigen sich häufig bereits nach 4 bis 7 Tagen regelmäßiger Stimulation.
Femaltiker Bio kann zusätzlich dabei unterstützen, die Milchbildung anzuregen. In besonderen Fällen kann auch eine ärztlich begleitete medikamentöse Unterstützung der Laktation sinnvoll sein.
Wann setzt die Milchproduktion wieder ein?
Bis die volle Milchproduktion erreicht wird, können bis zu 60 Tage vergehen. Während dieser Zeit benötigt dein Baby in der Regel weiterhin zusätzliche Nahrung.
Hilfreich sind:
- häufiger Haut-zu-Haut-Kontakt
- entspanntes Kuscheln an der Brust
- Stillversuche in der Nacht oder direkt nach dem Schlafen
- häufiges Anlegen ohne Leistungsdruck
Achte beim Wiederaufbau der Milchproduktion auf Spannungsgefühle oder Verhärtungen in der Brust - diese können auf einen Milchstau hinweisen. Was du dann tun kannst, erfährst du hier: Milchstau oder Mastitis?
Je jünger dein Baby ist und je kürzer die Zeit mit Flaschenernährung war, desto größer sind meist die Chancen auf eine erfolgreiche Relaktation.
Die ersten Milchmengen können bereits nach wenigen Tagen auftreten. Eine teilweise Milchproduktion wird häufig innerhalb von 4 bis 30 Tagen erreicht. Bis zum ausschließlichen Stillen können jedoch mehrere Wochen vergehen.
Wichtig ist vor allem, nicht zu früh aufzugeben. Die Gewichtsentwicklung deines Babys hilft dabei, den Fortschritt der Relaktation zu beurteilen und die notwendige Zufütterung schrittweise anzupassen.
Wie kannst du deine Milchbildung langfristig erhalten?
Der einfachste Weg, eine Relaktation zu vermeiden, ist das regelmäßige Stillen beziehungsweise Entleeren der Brust.
Babys regulieren die Milchproduktion meist ganz von allein. Selbst wenn ältere Kinder nur noch ein- oder zweimal täglich gestillt werden, bleibt die Milchbildung oft so lange erhalten, wie sie benötigt wird.
Relaktation – Zusammenfassung
Relaktation ist möglich – selbst nach einer längeren Stillpause. Der Weg zurück zum Stillen erfordert Geduld, Ausdauer und regelmäßige Stimulation der Brust. Doch viele Mütter schaffen es, ihre Milchproduktion teilweise oder sogar vollständig wieder aufzubauen.
Jeder kleine Fortschritt zählt. Wichtig ist, dir selbst Zeit zu geben und dir Unterstützung durch Stillberaterinnen, Hebammen oder andere erfahrene Mütter zu holen.
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Häufige Fragen zur Relaktation
Kann ich nach mehreren Wochen oder Monaten wieder stillen?
Ja. Grundsätzlich ist eine Relaktation auch nach längeren Stillpausen möglich. Die Erfolgschancen sind jedoch umso höher, je kürzer die Pause war.
Wie oft sollte ich pumpen, um die Milchbildung wieder anzuregen?
Empfohlen werden mindestens 8 Pump-Sessions pro Tag. Regelmäßigkeit ist dabei wichtiger als die Dauer einzelner Pumpvorgänge.
Wie lange dauert eine Relaktation?
Erste Ergebnisse zeigen sich oft nach 4 bis 7 Tagen. Bis zur vollständigen Milchproduktion können jedoch mehrere Wochen oder sogar bis zu 60 Tage vergehen.
Kann Femaltiker Bio bei der Relaktation helfen?
Femaltiker Bio wird von vielen Müttern zur Unterstützung der Milchbildung genutzt. Es ersetzt jedoch nicht die regelmäßige Entleerung der Brust, die die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Relaktation bleibt. Bei gleichzeitig erschwertem Milchfluss oder wiederkehrendem Milchstau während des Wiederaufbaus kann ergänzend Mastiflow complex unterstützen.