Kräuter und andere Getränke in der Ernährung von Mutter und Kind

Zuletzt aktualisiert: 17 Oktober 2026

Eines der vielen Ernährungsdilemmas für stillende Mütter ist die Frage nach den richtigen Getränken - insbesondere Kräutertees, koffeinhaltigen Getränken und gesüßten Getränken.

Was darfst du in der Stillzeit trinken? Wie viel solltest du trinken? Und können bestimmte Getränke deine Milchbildung oder dein Baby beeinflussen?

Grundlegende Richtlinien für Getränke in der Ernährung der Mutter

Während der Stillzeit steigt der Flüssigkeitsbedarf entsprechend dem erhöhten Energiebedarf der Mutter. Je mehr zusätzliche Energie eine stillende Mutter benötigt, desto größer ist auch ihr Bedarf an Flüssigkeit.

Normalerweise liegt die tägliche Flüssigkeitsmenge bei etwa 2-3 Litern pro Tag.

Dazu zählen alle Flüssigkeiten:

  • Wasser
  • Tee
  • Kaffee
  • andere Getränke
  • Säfte
  • Suppen

Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist in der Stillzeit wichtig. Eine starke Dehydrierung kann die Milchproduktion beeinträchtigen. Deshalb solltest du im Alltag darauf achten, ausreichend zu trinken.

Es stimmt jedoch nicht, dass du beispielsweise doppelt so viel trinken musst wie sonst, um genügend Milch zu produzieren. Die Milchmenge hängt vor allem davon ab, wie häufig und effektiv dein Baby die Brust entleert.

Getränke für Babys in der Beikostzeit

Während der ersten sechs Lebensmonate, wenn dein Baby ausschließlich gestillt wird, benötigt es keine zusätzlichen Getränke - auch kein Wasser.

Mit Beginn der Beikost kannst du deinem Kind Wasser zum Trinken anbieten. Babys benötigen weiterhin hauptsächlich Muttermilch oder Säuglingsmilch, aber das Trinken von Wasser zu lernen ist ein wichtiger Bestandteil der Beikosteinführung.

Geeignet sind:

  • stilles Wasser mit geringem Mineralstoff- und Natriumgehalt,
  • abgefülltes Quellwasser,
  • abgekochtes Leitungswasser.

Kräutertees in der Stillzeit

Während der Stillzeit kannst du verschiedene Kräutertees trinken, zum Beispiel aus:

  • Melisse,
  • Johanniskraut,
  • Lindenblüten,
  • Kamille,
  • Brennnessel.

Denke jedoch daran: Auch Kräuter enthalten aktive Inhaltsstoffe. Ein übermäßiger Konsum kann Nebenwirkungen verursachen oder Wechselwirkungen mit Medikamenten auslösen.

Das ist besonders wichtig, wenn du regelmäßig Medikamente einnimmst. In diesem Fall solltest du die Einnahme von Kräutern vorher mit deinem Arzt oder deiner Ärztin besprechen.

Zu den Kräutern, die in der Stillzeit besser vermieden werden sollten, gehören Fenchel und Salbei.

Fenchel - sowohl als Tee als auch als Öl - enthält ätherische Öle, die für Babys problematisch sein können. Fenchel sollte deshalb auch Säuglingen und Kleinkindern bis zum Alter von 5 Jahren nicht gegeben werden.

Salbei hat dagegen eine milchbildungshemmende Wirkung. Er kann beim Abstillen hilfreich sein, wenn die Milchproduktion reduziert werden soll. Wenn du jedoch weiter stillen möchtest, solltest du Salbei lieber vermeiden.

Kräutertees für Babys

Während der Zeit des ausschließlichen Stillens sollten Babys keine zusätzlichen Getränke erhalten.

Auch Kräutertees sind für Säuglinge nicht notwendig. Sie können dazu führen, dass das Baby weniger Muttermilch trinkt, und wir wissen nicht immer genau, welche Auswirkungen bestimmte Pflanzenstoffe auf den unreifen Körper eines Babys haben.

Häufig wird Fencheltee oder Fenchel in Tropfenform bei Bauchproblemen empfohlen. Nach der Empfehlung der ESPGHAN aus dem Jahr 2017 sollte Fenchel jedoch bei Säuglingen und Kleinkindern bis zum Alter von 5 Jahren vermieden werden.

Blähungen sind ein normales Entwicklungsphänomen bei Babys. Wenn dein Kind große Beschwerden hat, lohnt sich eine Beratung durch eine Stillberaterin oder Hebamme.

Manchmal liegt die Ursache beispielsweise in:

  • einer nicht optimalen Stilltechnik,
  • einem schwierigen Erfassen der Brust,
  • einer erhöhten Aufnahme von Laktose durch eine nicht optimale Stillposition.

Oft helfen keine Tropfen oder Kräutertees, sondern eine Verbesserung der Stillsituation.

Nach Beginn der Beikost ist Wasser das einzige zusätzliche Getränk neben Muttermilch oder Säuglingsmilch, das empfohlen wird.

Tee in der Stillzeit

Eine stillende Mutter kann grundsätzlich viele verschiedene Teesorten trinken:

  • schwarzen Tee,
  • weißen Tee,
  • grünen Tee,
  • Matcha,
  • Pu-Erh,
  • Rooibos,
  • Yerba Mate.

Wichtig ist vor allem die Menge an Teein (dem Koffein im Tee).

Die sichere Menge während der Stillzeit beträgt 200 mg Koffein pro Tag.

Diese Menge entspricht ungefähr:

  • 5-6 Tassen schwarzem Tee.

Beachte jedoch, dass einige Teesorten wie Matcha, Pu-Erh oder Yerba Mate deutlich mehr Koffein enthalten können.

Koffein befindet sich außerdem auch in:

  • Kaffee,
  • Cola,
  • Kakao,
  • Energydrinks.

Kleine Babys, Frühgeborene oder Babys mit niedrigem Geburtsgewicht können empfindlicher auf Koffein reagieren. Achte deshalb auf die Reaktion deines Kindes. Manche Babys können unruhiger oder gereizter wirken.

Kaffee und koffeinhaltige Getränke

Wie beim Tee solltest du auch bei Kaffee und anderen koffeinhaltigen Getränken die tägliche Höchstmenge beachten.

Laut EFSA gilt ein Koffeinkonsum von bis zu 200 mg pro Tag als unbedenklich für das gestillte Kind.

Du kannst in der Stillzeit grundsätzlich den Kaffee trinken, den du gerne magst:

  • Filterkaffee,
  • löslichen Kaffee,
  • Kaffee aus dem Vollautomaten oder der Espressomaschine.

Wichtig ist nur, die gesamte tägliche Koffeinmenge aus allen Quellen zu berücksichtigen.

Gesüßte und kohlensäurehaltige Getränke

Gesüßte Getränke und Getränke mit Kohlensäure (außer Mineralwasser mit Kohlensäure) sollten in der Ernährung von Erwachsenen und Kindern eingeschränkt werden.

Der Grund dafür ist nicht das Stillen selbst. Diese Getränke verändern nicht den Nährwert deiner Muttermilch.

Das Problem liegt vor allem in:

  • hohem Zuckergehalt,
  • regelmäßigem Konsum,
  • zusätzlicher Koffeinaufnahme bei manchen Getränken.

Ein hoher Konsum gesüßter Getränke kann das Risiko für Übergewicht und damit verbundene gesundheitliche Folgen erhöhen, zum Beispiel:

  • Insulinresistenz,
  • Typ-2-Diabetes,
  • erhöhte Blutfettwerte,
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Außerdem lernt dein Kind schon früh deine Ess- und Trinkgewohnheiten kennen. Es ist daher sinnvoll, ihm den Geschmack von Wasser und ungesüßten Getränken näherzubringen.

Die Kohlensäure selbst hat keinen Einfluss auf deine Muttermilch. Du musst also keine Angst haben, dass ein Glas Mineralwasser mit Kohlensäure deinem Baby schadet.

Du musst auch keine Stillpause einlegen, wenn du Kaffee, Tee oder ein kohlensäurehaltiges Getränk trinkst.

Fazit: Welche Getränke sind in der Stillzeit geeignet?

In der Stillzeit sind Wasser und ungesüßte Getränke die beste Wahl. Tee, Kaffee und andere Getränke sind grundsätzlich erlaubt, solange du auf die Menge bestimmter Inhaltsstoffe wie Koffein achtest.

Bei Kräutern gilt: „Natürlich“ bedeutet nicht automatisch immer „harmlos“. Einige Pflanzen können eine Wirkung auf deinen Körper haben und sollten deshalb bewusst eingesetzt werden.

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Quelle:

EFSA Journal: Scientific Opinion on the safety of caffeine. https://doi.org/10.2903/j.efsa.2015.4102


Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Unsicherheiten oder anhaltenden Beschwerden wende dich an deine Hebamme, Stillberaterin oder Ärztin bzw. Arzt.


Ob Getränke der Mutter tatsächlich Koliken bei Babys auslösen, haben wir gesondert aufgearbeitet.

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