Fördert Malzbier die Milchbildung? Oder ist Malzkaffee die bessere Wahl?

Mutter mit warmer Tasse Malzbier oder Malzkaffee in der Stillzeit

Zuletzt aktualisiert: 19 September 2026

Viele Mütter wünschen sich eine unkomplizierte Stillzeit. Doch obwohl das Stillen ein natürlicher Prozess ist, kann die Milchbildung manchmal eine Herausforderung sein. Deshalb suchen viele Frauen nach Möglichkeiten, ihre Milchproduktion zu unterstützen.

Früher wurde stillenden Müttern häufig empfohlen, Malzkaffee zu trinken. Heute hört man dagegen immer wieder, dass Malzbier die Milchbildung fördern soll. Doch stimmt das wirklich?

Wie entsteht Muttermilch?

Die Produktion von Muttermilch beginnt bereits während der Schwangerschaft. Nach der Geburt sorgen vor allem hormonelle Veränderungen dafür, dass die Milchbildung richtig in Gang kommt.

Eine entscheidende Rolle spielen dabei die Hormone Prolaktin und Oxytocin. Gleichzeitig ist die regelmäßige und effektive Entleerung der Brust der wichtigste Faktor für eine stabile Milchbildung. Denn beim Stillen gilt das Prinzip:

Je häufiger und effektiver dein Baby trinkt, desto mehr Milch wird gebildet.

Wenn dein Baby regelmäßig angelegt wird und effektiv saugt, passt sich die Milchmenge in der Regel optimal an seinen Bedarf an.

Malzbier und Stillen – fördert es wirklich die Milchbildung?

Bereits in den 1980er-Jahren untersuchten Wissenschaftler den Einfluss von Bier auf die Milchbildung. In einer Studie erhielten Frauen entweder Bier mit 6% Alkohol, Mineralwasser oder Wasser mit zugesetztem Alkohol. Interessanterweise wurde ein Anstieg des Prolaktinspiegels nur bei den Frauen beobachtet, die Bier getrunken hatten.

Auf Grundlage solcher Untersuchungen wird Bier in einigen Ländern bis heute traditionell als Unterstützung für die Milchbildung empfohlen. Heute weiß man jedoch, dass dieser Effekt nicht auf den Alkohol zurückzuführen ist. Der entscheidende Inhaltsstoff ist vielmehr der im Bier enthaltene Gerstenmalz.

Warum kann Gerstenmalz die Milchbildung unterstützen?

Gerstenmalz enthält sogenannte Beta-Glucane. Dabei handelt es sich um natürliche Polysaccharide, die nach wissenschaftlichen Erkenntnissen die Ausschüttung von Prolaktin fördern können. Prolaktin ist eines der wichtigsten Hormone für die Milchbildung. Deshalb wird angenommen, dass Gerstenmalz einen positiven Einfluss auf die Laktation haben kann.

Aus diesem Grund greifen manche Mütter zu Malzbier oder alkoholfreiem Bier, um ihre Milchbildung anzuregen.

Dabei ist jedoch Vorsicht geboten: Nicht jedes als „alkoholfrei“ gekennzeichnete Bier enthält tatsächlich 0,0% Alkohol — vielen Produkten dürfen bis zu 0,5% Alkohol enthalten sein. Mehr zur wissenschaftlichen Seite von Gerstenmalz und alkoholfreiem Bier in unserem Artikel „Alkoholfreies Bier steigert die Milchproduktion – FAKT“.

Deshalb kann es sinnvoll sein, statt Malzbier gezielt Produkte zu wählen, die Gerstenmalz enthalten und speziell für die Stillzeit entwickelt wurden.

Fördert Malzkaffee die Milchbildung?

Früher galt Malzkaffee als klassisches Hausmittel für stillende Mütter. Heute gibt es jedoch keine wissenschaftlichen Hinweise darauf, dass Malzkaffee die Milchbildung direkt steigert.

Das bedeutet aber nicht, dass du darauf verzichten musst. Wenn dir Malzkaffee schmeckt, kannst du ihn selbstverständlich weiterhin genießen. Für die Milchbildung selbst sind jedoch andere Faktoren deutlich wichtiger:

  • häufiges und effektives Anlegen
  • korrektes Anlegen des Babys
  • regelmäßiges Entleeren der Brust
  • ausreichend Ruhe und Unterstützung im Alltag

Was hilft wirklich, die Milchbildung anzuregen?

Wenn du deine Milchbildung unterstützen möchtest, solltest du zunächst die Ursachen möglicher Stillprobleme abklären und auf eine häufige Brustentleerung achten.

Zusätzlich können Produkte auf Basis von Gerstenmalzextrakt, wie beispielsweise Femaltiker Bio, eine sinnvolle Ergänzung sein. Eine klinische Studie zeigte, dass eine Gerstenmalz-basierte Zusammensetzung die Milchbildung bei Müttern von Frühgeborenen unterstützen kann.

Wichtig ist jedoch: Kein Nahrungsergänzungsmittel kann das regelmäßige Anlegen oder Abpumpen ersetzen. Die Brust muss weiterhin das Signal erhalten, dass Milch benötigt wird.

Weitere Tipps zur Steigerung der Milchmenge findest du in unserem Artikel „Zu wenig Muttermilch? Wie steigere ich die Laktation?“.

Fazit: Malzbier oder Malzkaffee?

Wenn es um die Unterstützung der Milchbildung geht, scheint nicht der Alkohol, sondern das enthaltene Gerstenmalz von Bedeutung zu sein.

Malzkaffee gilt heute nicht als wirksames Mittel zur Steigerung der Milchbildung. Malzbier enthält zwar Gerstenmalz, kann jedoch – abhängig vom Produkt – geringe Mengen Alkohol oder eine variierende Menge an Beta-Glucanen enthalten.

Wer die positiven Eigenschaften von Gerstenmalz nutzen möchte, kann daher auf speziell für die Stillzeit entwickelte Produkte mit Gerstenmalzextrakt zurückgreifen.

Häufige Fragen

Hilft Malzbier beim Stillen?

Nicht das Bier selbst, sondern das darin enthaltene Gerstenmalz. Dieses enthält Beta-Glucane, die die Ausschüttung von Prolaktin unterstützen können. Die Menge ist jedoch nicht standardisiert und variiert von Produkt zu Produkt.

Fördert Malzkaffee die Milchbildung?

Dafür gibt es bisher keine wissenschaftlichen Belege.

Ist alkoholfreies Bier in der Stillzeit erlaubt?

Viele alkoholfreie Biere enthalten bis zu 0,5% Alkohol. Daher lohnt sich ein Blick auf die Kennzeichnung des Produkts. Mehr dazu in unserem Artikel „Alkoholfreies Bier steigert die Milchproduktion – FAKT“.

Was ist Gerstenmalz und wie wirkt es auf die Laktation?

Gerstenmalz enthält Beta-Glucane – natürliche Polysaccharide, die nach wissenschaftlichen Erkenntnissen die Ausschüttung von Prolaktin fördern können. Prolaktin ist eines der wichtigsten Hormone für die Milchbildung.

Welche Lebensmittel fördern die Milchbildung außer Gerstenmalz?

Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Flüssigkeit unterstützt die Milchbildung allgemein. Einen Überblick findest du in unserem Artikel „Lebensmittel, die die Milchbildung anregen“.

Was ist der wichtigste Faktor für eine gute Milchbildung?

Die regelmäßige und effektive Entleerung der Brust durch Stillen oder Abpumpen.

Wie kann ich meine Milchmenge auf natürliche Weise erhöhen?

Die wichtigste Maßnahme ist häufiges und effektives Anlegen bzw. regelmäßiges Abpumpen. Mehr Tipps in unserem Artikel „Zu wenig Muttermilch? Wie steigere ich die Laktation?“.

Kann Femaltiker Bio die Milchbildung unterstützen?

Femaltiker Bio enthält Gerstenmalzextrakt und wird von vielen stillenden Müttern zur ergänzenden Unterstützung der Milchbildung genutzt. Es ersetzt nicht häufiges Anlegen oder Abpumpen, sondern kann diese Maßnahmen lediglich ergänzen.

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